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Wir sollen Leitfragen zu den ersten beiden Kapitel beantworten. Die Lösungen zu den Leitfragen, die ich jetzt schon einmal hochladen, werden bald auch hochgeladen.

Fragen zu Kapitel 1/2:

a) Lebenskonflikt von Hans Giebenrath?

In diesem Eintrag beschäftige ich mich mit dem Lebenskonflikt von Hans Giebenrath. Auf einer Seite will Hans ein guter Schüler sein. Er möchte, einen guten Beruf bekommen und will einmal später nicht die Berufe ausüben, den die Bürger aus seinem Heimatort nachgehen. Deshalb geht er auf das evangelisch-theologische Seminar nach Maulbronn, um später z.B. einmal Geistlicher zu werden. Er will sich von seinen ehemaligen Mitschülern abheben und ist diesen arrogant gegenüber. Er möchte so viel von dem Wissen der Welt erhalten, und er ist begierig, immer mehr zu lernen.

Auf der anderen Seite will er aber im Einklang mit der Natur leben. Er will angeln, im Wald laufen und die Sonne genießen. Er möchte einfach seine Ruhe haben und ungestört von der Welt des Lernens und Arbeitens leben. Ich als Leser habe gemerkt, dass der Junge in den Ferien „aufblüht“, und er sich auch wohler fühlt. Er hat seltener Kopfschmerzen, hat aber ein schlechtes Gewissen. Dazu werde ich in einem späteren Eintrag zum Thema „Mittel der Konfliktdarstellung“ noch einmal mehr eingehen.

Im Fazit bemerke ich, dass Hans einen Lebenskonflikt hat, weil er durch die fehlende Identiät eine Art „gespaltene Persönlichkeit“ hat. Er hat auch keine persönliche Identität. Hans schwingt immer zwischen dem Leben in der Natur, dem freien Leben, und dem Leben mit dem Lernen, dem eingeengten, unfreien Leben. Wegen dem Einfluss des Lehrers, Vaters und Stadtpfarrers, die ihn zum Lernen animieren, entscheidet er sich in den Ferien letztendlich dann doch zum Weiterbilden und Vorbereiten für das Seminar. Dadurch, dass er keine eigene Identität besitzt, hat er kein Selbstbewusstsein und somit lässt er sich von anderen Leuten, dem Vater, dem Rektor und dem Stadtpfarrer, lenken und ignoriert die „Zwischenrufe“ des Schusters, die ihn belehren sollen. Diese Erkenntnis habe ich bereits in dem Eintrag zum Thema „Einfluss der Erzieher“ gemacht. Somit kann man dies noch einmal als Erweiterung dazu erkennen. Da Hans kein Selbstbewusstsein aufgrund fehlender Identität hat, wird er schnell als „Instrument“ von anderen Leuten missbraucht.

b) Verhältnis Vater-Sohn?

Ich beginne nun mit den Leitfragen und habe mich entschieden, diese Frage zu beantworten, weil man so noch einmal gut die wichtigen Charaktere des Vaters und von Hans vorstellen und nebeneinander stellen kann.

Im folgenden Text wird versucht, das Verhältnis zwischen dem Vater Joseph Giebenrath und seinem Sohn Hans Giebenrath anhand des ersten und zweiten Kapitels, herauszuarbeiten.

Hans Giebenrath ist ein Zwischenhändler. Er gehört dem Kleinbürgertum an, welches in seiner Heimat im Schwarzwald hauptsächlich angesiedelt ist. Als Zwischenhändler wird er nicht arm sein und finanziell gesichert sein. Er lebt ein normales Leben, ist voll anerkanntes Mitglied in der Gesellschaft der Kleinstadt. Das sieht man daran, dass er Mitglied im Bürgerverein ist und an Feierlichkeiten innerhalb der Gemeinde teilnimmt. Er führt ein ganz normales Leben in einem Haus mit Garten und besitzt ein Familiengrad auf dem lokalen Friedhof. Er hat eine durchschnittliche Intelligenz, kann Lesen, Schreiben und Rechnen. Das reicht um im kleinbürgerlichen Schwarzwald während der Jahrhundertwende zwischen dem 19. und dem 20. Jahrhundert zu überleben. Er liest gerne die Zeitung, aber Werke der Weltliteratur liest er nicht. Er ist nicht daran interessiert, etwas von dem großen Wissen der Gelehrten und Intellektuellen zu erwerben. Aber er bewundert sehr die Schichten über ihm, die Gebildeteten. Auf Seite 51 wird das sehr deutlich. Er träumt davon wie viele Leute seiner „Schicht“, dass ihre Nachfahren zu den Gebildeteten, den Führenden gehören. Deshalb will der Vater seinen Sohn fördern, überfordert den Sohn aber auch damit. Er setzt alles daran, dass sein Sohn gesellschaftlich „aufsteigen“.

Sein Sohn Hans ist ganz anders. Er ist ein sehr intelligenter Jugendlicher, der es gerne mag, sich weiterzubilden und der sehr wissbegierig ist. Besonders im zweiten Kapitel wird deutlich, wie sehr es ihm Spaß macht, ein großes Wissen zu bekommen. Er mag es gerne in Privatunterricht in den Sommerferien die Werke Homers und das Lukasevangelium zu studieren. Auf der anderen Seite ist er aber auch ein sehr naturverbundener Junge, der es liebt zu angeln und im Wald spazieren zu gehen. Sein Vater hatte ihm sogar verboten zu angeln. Doch nach dem bestandenen Examen darf Hans wieder angeln.

Nachdem man die „Eigenarten“ der Charaktere „nebeneinander gestellt“ hat, kann man feststellen, dass Vater und Sohn sehr unterschiedlich sind. Sie sind sogar eher jeweils Gegenteil zum anderen. Das kann man auch in ihrem Verhältnis einander gegenüber erkennen. Die beiden „leben etwas aneinander“ vorbei. Jeder hat seine eigenen Beschäftigungen. Der Vater will seinen Sohn zwar fördern, weil er eben will, dass sein Sohn eine höhere gesellschaftliche Stufe erreicht wie er. Joseph weiß aber, dass er seinen hochbegabten Sohn nicht direkt unterstützen kann, weil er selbst nicht über das Wissen und die Intelligenz verfügt, mit ihm über das Gelernte zu reden oder ihm zu helfen. Der Vater will nur, dass sein Sohn lernt, was er lernt, ist ihm aber gleich und interessiert ihn auch nicht. Die beiden reden z.B. beim Essen nicht viel miteinander. Auf der Reise zum Examen nach Stuttgart, fährt der Sohn einfach einen Tag früher nach Hause und sein Vater bleibt noch dort. Das zeigt auch, dass die beiden nicht die beste Beziehung haben.

Hans traut sich auch nicht während des Examens seinem Vater von seinem schlechten Gefühl bezüglich der Prüfungen zu erzählen. Hans hat etwas Angst vor seinem Vater und kennt den Leistungsdruck des Vaters.

Auffällig ist auch, dass Joseph ablehnt, Hans den Besuch des weiterführenden Gymnasiums zu finanzieren, falls er das Examen nicht besteht und somit das Seminar nicht besuchen kann. Dabei merkt man, dass der Vater ziemlich geizig seinem Sohn gegenüber sein muss, weil er als Zwischenhändler nicht so arm sein kann. Entweder schafft der Sohn das Examen und kann auf Staatskosten das Seminar belegen oder er muss weiterhin die örtliche Schule besuchen. Wenn dem Vater der Sohn wirklich viel bedeuten würde, würde er auch das Geld aufbringen, um den Besuch der weiterführenden Schule zu finanzieren.

Seltsam ist auch, dass der Vater dem Sohn vor dem Examen das Angeln verbietet, obwohl der Sohn das Angeln so liebt und es seine Leidenschaft ist. Es hat die Wirkung, als ob die Wünsche und das Vergnügen des Sohnes gleich sind. Es zeigt, dass der Vater seinen Sohn kaum kennt und die beiden sich gegenseitig nicht wirklich kennen und kaum Kontakt haben. Es wirkt auch mich als Leser auch so, als ob der Vater nur im Hintergrund auftauchen würde. Manchmal ist man da, aber man „kennt“ ihn als Leser nicht wirklich, wobei man Hans’ Gefühlwelt richtig gut kennt.
Der Vater missbraucht den Sohn auch nur, um seinen Wunsch zu erfüllen, dass seine Nachfahren gesellschaftlich aufsteigen. Die Freude und das Glück des Jungen ist im gleich und interessiert ihn nicht.

Im Fazit kann man sagen, dass die beiden in zwei unterschiedlichen Welten leben. Der Vater lebt in einer kleinbürgerlichen, beengten Welt, der Sohn in einer Welt, in der er Wissen erwerben will, aber auch viel Zeit in der Natur verbringen will. Der Sohn ist mehr der Querdenker, der Weltoffene, der Künstler mit all seinen „Macken“, dem die Grundsätze der kleinbürgerlichen Gesellschaft gleich sind. Die beiden leben aneinander vorbei und haben nicht wirklich Interesse an der Gefühlswelt des anderen. Besonders der Vater will nur einen persönlichen Nutzen aus seinem Sohn ziehen, nämlich gutes „Dastehen“ vor den anderen und eben das Gefühl, dass seine Familie etwas Großes erreichen wird. Der Vater fordert viel Disziplin von dem Sohn und der Sohn folgt ihm. Hans hat großen Respekt vor seinem Vater und folgt seinen Ansagen.


c) Kleinstadt contra Außenseiter (Hans)

Nun beschäftige ich mich mit einer weiteren Leitfrage zu den ersten beiden Kapiteln. Ich werde den Außenseiter Hans und das gegenübergestellte Kleinbürgertum charakterisieren. Beim Bürgertum werde ich auf eine Charakterisierung mit „Indikatorenanalyse“ verzichten, weil die Charaktereigenschaften schon auf Seite 1 und 2 klar aufgezeigt werden. Das Bürgertum, Hesse nennt Menschen, die diesem „Stand“ angehören, Philister, ist sehr geldbegierig und versucht in vielen Lebenslagen, einen finanziellen Gewinn zu machen. Die Philister wohnen in kleinen Häusern mit Garten und haben ein örtliches Familiengrab. Sie sind also sehr bodenständig und traditionsbewusst. Über Menschen, die nicht in dieses „bürgerliche Weltbild“ passen, wird geschimpft. Das Kleinbürgertum hat auf einer Seite großen Respekt vor Gott, hat aber ein seltsames Verhältnis zur Kirche. Die „Philister“ besuchen zwar die Kirche, nehmen aber alles, was sie sagt, nicht so ganz ernst. Die Bürger treffen sich oft zu Feierlichkeiten und haben sich in einem Bürgerverein organisiert. Daran kann man erkennen, dass sie sich gerne in der Gruppe treffen und die Gemeinschaft brauchen. Alleine fühlen sich die Bürger unwohl. Des Weiteren machen die Bürger auch nicht gerade legale Geschäfte. Dieses Gefühl hat man auch während des Lesens mit dem Vater von Hans, Joseph Giebenrath. Er ist ebenfalls ein stolzer Bürger. Er ist einem als Leser nicht ganz „geheuer“. Er taucht nur kurz auf und verschwindet dann wieder in einem „mysteriösen Hintergrund“, von dem man wenig weiß und in dem man eben solche „Geschäfte“ vermutet. Die Bürger sind auch sehr stolz auf ihre eigene Familie. Ihnen ist es wichtig, dass ihre Kinder eine sichere Zukunft haben. Meine Meinung dazu ist aber, dass die Bürger dabei nur auf ihren persönlichen guten Ruf achten, dass auf sie persönlich kein schlechtes Licht fällt. Die Bürger sind alle durchschnittlich intelligent. Sie können gut rechnen, lesen und schreiben, weiterführende Dinge sind ihnen nicht wichtig. Sie lesen auch nur die Zeitung, anspruchsvolle Bücher mit komplexen Inhalten sind ihnen fern.

Nun werde ich versuchen, Hans, den Außeneiter, zu charakterisieren. Zuerst betracht ich seine Handlungen. Er bildet sich sehr gerne weiter, studiert gerne die Werke von Homer und dem Evangelisten Lukas, er interessiert sich für Griechisch und Latein. Das zeigt eine große Wissbegierigkeit, er möchte aber auch Distinktion betreiben. Er weiß, dass das Kleinbürgertum solche Werke nicht interessiert und somit gewinnt er großen Abstand zu diesen. Er geht auch immer alleine angeln und im Wald spazieren. Er redet kaum mit anderen Menschen, höchstens mit dem Schuster, dem Pfarrer und dem Rektor der Schule. Doch hierbei muss man sehen, dass der Pfarrer und der Rektor nicht so wirklich zum Kleinbürgertum gehören. Sie sind besondere, hochgestellte Personen in der Gemeinde, außerdem muss er mit diesen reden, weil er sich nur durch deren Hilfe weiterbilden kann. Aber er betreibt wieder Distinktion, wenn er mit den Gleichaltrigen, außer dem Jungen August, nicht reden will und macht sich eben auch ein wenig selbst zum Außenseiter. Aus seinen Gedanken kann man sehen, dass er sich ein bisschen für etwas „Besseres“ hält als die Bürger. Er will nicht so leben und nicht dieselben Berufe ergreifen wie sie. Hans möchte nicht so sein wie die Bürger und lehnt ihren Lebensstil ab. Er verspottet innerlich auch die Gleichaltrigen, die noch in der Schule sind, während er auf den Seminaraufenthalt warten muss und Ferien hat. Dabei wird wieder Arroganz sichtbar. Man merkt auch, dass er sehr enttäuscht von den Gleichaltrigen ist und wahrscheinlich viel Spott von diesen erfahren hat und er ist froh auf sein „Außenseiterdasein“. Seine Außendarstellung ist ablehnend den anderen gegenüber. Er verschließt sich den Gleichaltrigen, redet nicht mit ihnen und will nicht mit ihnen ins Gespräch kommen. Nur mit dem Schuster z.B. spricht er und mit wenigen Personen, mit denen er sprechen muss, um die Aufnahme in das Seminar zu erreichen. Seine Hobbys, welche alle in der Natur betrieben werden, macht er immer alleine. Angeln wird immer alleine durchgeführt, man darf nicht sprechen und man muss sich sehr konzentrieren. Das ist genau etwas für Hans. Es ist aber nichts zum Kontaktknüpfen. Da Hans keine Hobbys hat, bei denen er etwas mit anderen machen muss, findet er wiederum schwieriger Kontakt. Aber sehr wahrscheinlich will er nichts mit den anderen zutun haben, und deshalb hat er sich Angeln als Freizeitbeschäftigung ausgewählt. Nun beschäftige ich mit Fremdurteilen zu Hans. Der Leser erfährt zu Beginn des ersten Kapitels, dass die ganze Gemeinde Hans als sehr intelligenten Jungen schätzt, aber man erfährt auch, dass sich die Bürger über Eliten aufregen. Man erfährt ebenfalls, als Hans am See liegt, dass die anderen ihn bewundern, ihn aber nicht als "Idol" sehen. Sie bemängeln auch, dass er es besser hat als sie. Ebenfalls denke ich, dass sie es nicht gut finden, dass er schlauer ist als sie und ihn somit sehen sie als einen "unnormalen, einzelgängerischen Außenseiter", mit dem man nichts unternehmen kann, weil er nicht die gleichen Interessen hat. Es ist ein Teufelskreis, weil die anderen sehen ihn als zu weit weg und als anders, deshalb will er auch lieber alleine bleiben, er wird ein Außenseiter und so wird er leicht zum Opfer. Den Begriff „Opfer“ habe ich bereits in den Gedanken zum Titel verwendet.

Als Fazit kann ich sagen, dass Hans genau das Gegenteil von der bürgerlichen Vorstellung ist. Er kommt nicht in die Gemeinschaft, ist lieber alleine, hat eine sehr hohe Bildung und ihm sind die Traditionen nicht wichtig. Er will nur dem bürgerlichen Leben entfliehen und lehnt das Bürgertum ab. Das Bürgertum hat auch Probleme mit Eliten und macht ihm daher das Leben auch nicht leicht. Diese ganzen Faktoren machen ihm zum Außenseiter in der bürgerlichen Gesellschaft und verstärken sein ablehnendes Verhältnis zum Bürgertum immer mehr.

d) Rolle der Erzieher: Einfluss von Elternhaus und Schule? Reaktionen von Hans Giebenrath?

Nun beschäftige ich mit einer weiteren Leitfrage zu den ersten beiden Kapiteln, in welchen es um den Einfluss des Elternhauses und der Schule auf Hans geht.

Das Elternhaus von Hans „besteht“ nur aus seinem Vater, einem Zwischenhändler, der gut im bürgerlichen Leben der Heimatstadt der Giebenraths integriert ist. Die Mutter von Hans ist bereits gestorben. Der Vater selbst ist nicht so überdurchschnittlich begabt wie sein Sohn, ist aber doch an der Bildung seines hochbegabten Sohn interessiert, mit welchem er sich von den anderen Bürgern abheben kann. Der Vater ist sehr interessiert daran, dass sein Sohn das Examen besteht und die Aufnahmegenehmigung für das Seminar erhält. Der Vater „kapselt“ seinen Sohn von der Außenwelt ab und ist daran interessiert, einen „hochintelligenten Einzelgänger“ als Sohn zu haben. Er möchte nicht, dass sein Sohn eine Jugend wie die anderen hat, deshalb darf auch kein Kontakt mit den kindischen Gleichaltrigen bestehen, weil sonst das Ziel des Vaters gefährdet ist. Der Sohn wird als „Distinktionsmittel“ des Vaters missbraucht und es geht meiner Meinung nicht um dessen Wohl sondern um den Stolz des Vaters. Die Schule und auch der Pfarrer fördern den Jungen sehr, aber überfordern ihn auch. Sie wollen auch, dass der Junge keinen Kontakt mit den anderen hat. Man sieht Hans nicht als normales Kind, sondern als einen Roboter oder eine Maschine, welche ständig weitergebildet werden muss. Hans soll auch den Ruf der Kleinstadt verbessern. Jeder soll wissen, dass ein „Genie“ aus der Kleinstadt kommt bzw. auf dieser Schule war, dass diese Schule solch eine Person hervorgebracht und auf den Weg geführt hat. So missbraucht die Schule Hans auch als Mittel zum persönlichen guten Ruf. Hans werden keine Ferien gegönnt, wie sie die anderen Jugendlichen haben dürfen. Er muss lernen und bekommt nie eine Pause zum Durchatmen. Nur Schuhmacher Flaig will das alles verhindern. Über dieses Thema wird sich eine der nächsten Einträge handeln.

Hans macht alles, was ihm vom Vater und vom Rektor und vom Pfarrer auferlegt wird. Man hat das Gefühl, dass Hans gespalten ist. Er will auf einer Seite viel lernen und ist begierig, sich weiterzubilden und neue Wissensgebiete zu erforschen. Auf der anderen Seite will er ein „normaler Jugendlicher“ sein, der gerne angelt, schwimmt, in der Natur ist und einfach das macht, was er gerne selbst will. Da Hans aber großen Respekt vor seinem Vater, dem Rektor und dem Pfarrer hat und diese ihm helfen, seinen inneren Konflikt beizulegen, indem sie ihm eine Seite, nämlich das Lernen, empfehlen, folgt Hans ihnen und macht alles das. Mir fällt auch auf, dass sich Hans schämen würde, wenn er die „Nachhilfeangebote“ ablehnen würde. Hans hat zwar selbst häufig Kopfweh und fühlt sich unwohl. Doch er übersieht dies und ignoriert diese Zeichen.

Im Fazit kann man sagen, dass das Elternhaus und die Schule von Hans eigentlich nur Lernen fordern. Sie missbrauchen den Jugendlichen als Mittel zum eigenen Ruhm und sehen in ihm keinen Menschen, sondern aufgrund seiner hohen Intelligenz eine „Maschine“, die ständig arbeiten kann. Hans denkt auch schon von sich er wäre ein Gerät und ignoriert die Zeichen, dass er eben keine „Maschine“ ist, die Pausen und Freizeit nicht kennt. Ich denke, dass sich dort etwas ändern muss, sonst wird das mit dem Jungen kein gutes Ende nehmen und er wird irgendwann an der Überforderung scheitern.

e) Rolle von Schuhmacher Flaig

Nun werde ich mich um die schon versprochene Aufgabe zum Thema „die Rolle von Schuhmacher Flaig“ kümmern. Ich werde erst einmal zum Verständnis, etwas zu Schuhmacher Flaig sagen. Er ist ein Schuhmacher aus der Kleinstadt, in der Hans Giebenrath aufwächst. Er hält nichts davon, dass Hans so viel lernen muss und denkt, dass Hans sein Leben durch das ständige Lernen „verschwendet“. Er fordert Hans ständig auf, weniger zu lernen und das Leben zu genießen. Als Hans im zweiten Kapitel Flaig berichtet, dass der Rektor und der Pfarrer ihm in den Ferien eine Art „Nachhilfe“ erteilen wollen, um ihn besser auf das Seminar vorzubereiten, fordert der Schuhmacher, dass er die Angebote nicht annehmen soll und die Ferien genießen soll. Flaig hat dieselbe Meinung wie ich, dass Hans überfordert wird und dass dies kein gutes Ende nehmen kann. Flaig ist ebenfalls ein sehr frommer Mann. Er hat einen Konflikt mit dem Stadtpfarrer, der nicht öffentlich ausgetragen wird: Flaig sagt Hans, dass der Pfarrer nicht fromm sei, weil er behaupte, dass die Bibel von Menschen geschrieben worden sei und somit viele Fehler enthalte. Flaig befürchtet, dass Hans deswegen ungläubig wird.

Hesse benutzt den Schuhmacher als einer Art gutes Gewissen, das immer wieder auftritt und Hans zeigen möchte, dass der Weg mit ständigem Lernen, den er gerade bestreitet, nicht der richtige ist. Flaig prophezeit, dass Hans so nicht glücklich wird und dass er sein gesamtes Leben so zerstört. Doch Hans ignoriert diese Warnungen. Um Hans abzuhalten, sagt Flaig sogar noch, dass der Pfarrer falsche Begebenheiten über die Bibel erzählen würde und ihm den Glauben zerstöre. Doch dies hindert Hans nicht daran, sonders es steigert das Interesse von Hans sogar noch, beim Stadtpfarrer „Privatunterricht“ zu bekommen, weil er denkt, Geheimnisse über die Bibel und das Christentum zu erfahren.

Als Fazit sage ich, dass der Schuhmacher einer der wenigen Charaktere in der Erzählung ist, der nur das Beste für Hans will und weiß, was für den Jungen gut ist. Der Vater, der Schuldirektor, der Pfarrer und viele mehr missbrauchen Hans meiner Meinung nach nur wegen ihrem persönlichen Stolz und Nutzen. Sie wollen nämlich, dass Hans die Familie, die Schule bzw. die Gemeinde in ein „besseres Licht“ rückt und zuletzt nicht die drei Herren selbst. Es sieht ja schließlich für andere Leute so aus, dass diese drei ihn sehr gefördert haben. Ich habe bisher nur die ersten beiden Kapitel gelesen. Wenn Hans nicht auf den Schuhmacher hört oder sich auf seine Worte besinnt, wird er bald sehr unglücklich sein. Er wird merken, dass ihn das ständige Lernen überfordert und eben nicht glücklich macht. Das Leben besteht nicht nur aus Lernen. Es ist zwar sehr wichtig, ist aber lange nicht alles. Hans kommt ja im dritten Kapitel in das Kloster Maulbronn, um dort das Seminar zu besuchen. Flaig ist dort nicht der Nähe. Daher ist die Chance, dass Hans die Warnungen ernst nimmt, eher gering. Ich bin gespannt, wohin sich dies im weiteren Verlauf entwickelt.

f) Mittel der Konfliktdarstellung

In der Beantwortung der letzten Leitfrage zu den ersten beiden Kapiteln schreibe ich über das Thema „Konfliktdarstellung von Hans’ Lebenskonflikt“. Wie ich schon in dem vorherigen Eintrag bemerkt habe, hat Hans einen Lebenskonflikt.

In Hans’ Leben herrschen viele Gegensätze. Erstens hat er eigentlich gar kein Selbstbewusstsein. Er hat große Angst, das Examen in Stuttgart nicht zu bestehen und somit die Erlaubnis nicht zu erhalten, das Seminar im Kloster Maulbronn zu besuchen. Hans ist sich dabei eigentlich sicher, es nicht bestanden zu haben, und er hat mit seiner „Seminarlaufbahn“ bereits abgeschlossen. Doch als er dann erfährt, bestanden zu haben, wird er plötzlich sehr selbstsicher, sogar arrogant und hochnäsig seinen ehemaligen Mitschülern gegenüber. Innerlich verspottet er sie im zweiten Kapitel auf Seite den Seiten 30, 31 und 38, als er am Badestrand liegt und sie in der Schule noch Unterricht haben.

Erst sieht sich vor dem Examen als einen Verlierer, zweifelt sehr an sich und nach dem bestandenen Examen ist er plötzlich der Gewinner und die Mitschüler und die „unintelligenten Bürger“ sind Verlierer.

Des Weiteren hat Hans sehr oft Kopfschmerzen. Der Körper merkt auch, die Spaltung der Persönlichkeit. Der Körper demonstriert gegen das viele Lernen, er will es nicht. Hans hat weniger Kopfschmerzen beim Angeln als während dem Lernen. Doch selbst in der Natur geht es ihm körperlich nicht perfekt. Der innere Konflikt hat schon „Narben“ in dem Körper verursacht.

Im Gegensatz dazu empfindet Hans ein schlechtes Gewissen, wenn er nicht lernt und sich draußen in der Natur „vergnügt“. Sein Gewissen lässt es ihm nicht zu, seiner Leidenschaft nachzugehen. Hans’ Psyche und sein Körper „tragen den Kampf aus“. Die Psyche will das Lernen und der Körper will es nicht. Hans’ Gewissen bzw. die Psyche wurde durch das erzieherische Umfeld so stark beeinflusst, dass es auf das Lernen besteht.

Der Körper, der vom Umfeld nicht in dieser Weise beeinflusst werden kann, hält das nicht aus und protestiert dagegen durch Kopfschmerzen und Unwohlsein. Dies ist der Kampf „innerhalb von Hans“.

Es gibt den Konflikt aber auch außerhalb von ihm. Hesse benutzt den nicht ausgesprochenen Streit zwischen dem Schuhmacher und dem Stadtpfarrer auch als Mittel der Konfliktdarstellung. Der Stadtpfarrer will, dass Hans sich weiterbildet und immer lernt. Am besten sollte er keine Pause machen, wenn es nur nach dem Stadtpfarrer gehen würde. Der Schuhmacher will es nicht, und er macht den Pfarrer schlecht. Flaig kritisiert zwar nicht direkt die spezifische Haltung des Pfarrers gegenüber dem Lernen, sondern seine Bibeleinstellung. Doch trotzdem sehe ich das als Hesses Darstellung des Konflikts im Umfeld. Ich denke, die Kritik an der Bibelinterpretation ist von Fleig nur der Kritik am vielen Lernen vorgeschoben. Er wollte ihn damit vom Lernen beim Stadtpfarrer abhalten, hat aber nur das Gegenteil erreicht.

Ebenfalls stellt Hesse den Konflikt in Diskrepanz zwischen dem traditionsbewussten Bürgertum und dem hochbegabten Hans dar. Beide haben wenig gemeinsam, sind sich aber in ihrer Haltung dem Lernen gegenüber auch innerlich nicht einig. Hans weiß nicht, ob es besser ist, sich weiterzubilden oder in der Natur zu lernen. Das Bürgertum findet es zwar gut, solch ein „Aushängeschild“ zu haben. Doch es hat auch Probleme mit solchen Eliten wie auf Seite 1 bei der Beschreibung der „Philister“ und wie auf Seite 38 am Badestrand durch das gehässige Lied klar wird.

Als Fazit sage ich, dass in der Umgebung und in Hans selbst überall Konflikte herrschen. Die Gesellschaft ist sich nicht einig, Hans weiß es nicht so genau und wie es im Schuhmacher und in dem Vater, Stadtpfarrer und in dem Rektor aussieht, weiß man auch nicht so genau, obwohl sie eine ziemlich eindeutige Haltung beziehen. Der zentrale Konflikt des Stücks ist der von Hans. Ich bin gespannt, ob man weiterhin so viele Konflikte in der Erzählung beobachten kann.




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