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„Unterm Rad“ – eine Autobiographie?

+ „Lebensgeschichte“ (Fiktionaler Text. Erzählung)

- „Lebenslauf“ (Bericht)

Nun beschäftige ich mich mit der Frage, ob „Unterm Rad“ eine Autobiographie von Hermann Hesse ist. Als wir die Biographie von unserem Deutschlehrer ausgeteilt bekamen, und ich schon etwas in der Lektüre gelesen hatte, fiel mir direkt auf, dass die Jugend des Protagonisten Hans Giebenrath viele Ähnlichkeiten zu der von Hermann Hesse hat. Im folgenden Text versuche ich, die Gemeinsamkeiten der Lebensgeschichte des Hans Giebenrath und der Jugenderlebnisse des Hermann Hesse herauszuarbeiten, um später in einem Fazit ein Urteil abgeben zu können, in welchem ich die o.g. Theorie bestätige oder nicht.

Hermann Hesse wurde genau wie Hans Giebenrath in einer Kleinstadt im Schwarzwald geboren. Ich war schon mal in Calw, der Geburtsstadt Hesses. Sie gleicht sehr dem in dem Roman vermittelten Bild der Heimatstadt von Hans Giebenrath: Es gibt in Calw viele kleinbürgerliche Häuser, viele Brunnen, es liegt inmitten der Berge des Schwarzwalds und direkt an einem kleinen Fluss, der Nagold. Beide wachsen also in einer sehr romantischen, kleinbürgerlichen Atmosphäre auf. Hans wächst ebenso wie Hermann Hesse während des Jahrhundertwechsels zwischen dem 19. und dem 20. Jahrhundert, einer Zeit vieler Veränderungen, auf. Hesse hatte zwar fünf Geschwister, aber viele von diesen starben sehr früh. Somit wuchs Hesse eher in einer kleineren Familie wie Hans auf. Beide waren bzw. sind sehr intelligente Jugendliche, die aber auch Probleme mit Gleichaltrigen haben und eher Außenseiter sind. Der Autor besuchte genau wie der Protagonist von "Unterm Rad" eine Lateinschule. Hesse legte auch das schwäbische Landesexamen ab und besuchte ebenfalls später das evangelisch-theologische Seminar im Kloster Maulbronn. Beide sind auch evangelischer Konfession. Auffällig ist, dass im späteren Verlauf der Erzählung ein Freund von Hans, Hermann Heilner, aus dem Kloster flieht. Hesse selbst lief auch von dem Seminar weg. Also sieht Hesse sich nicht nur in dem Protagonisten, sondern auch in anderen Charakteren des Schulromans, und lässt diese nach dem Vorbild seines Lebenslaufes agieren. Hesse hatte ebenfalls genau wie die Hauptperson keine einfache Jugend. Der Autor hatte genau wie Hans große psychische Probleme und Suizidgedanken und war mit dem Lernen und der Förderung überfordert. Hesse wie Giebenrath müssen beide wegen ihrer angeschlagenen Psyche das Seminar verlassen und beide beginnen Mechanikerlehren. Hesse hatte wie Hans große Probleme mit seinen alten Schulfreunden in Calw und hatte nicht wirklich ein gutes Verhältnis zu diesen. Ebenfalls ist die Mutter von Hesse wenige Jahre vor der Veröffentlichung von "Unterm Rad" gestorben. Hesse war da zwar schon ca. 30 Jahre alt, doch er kannte das Gefühl, ohne Mutter zu sein.

Es gibt zwar auch einige Unterschiede zwischen den Lebensläufen der beiden. Hesse verstirbt z.B. nicht in der Jugend, sondern er wird später erfolgreicher Schriftsteller, heiratet, bekommt Kinder und verstirbt erst im Alter von 75. Trotzdem kann man durchaus sagen, dass „Unterm Rad“ eine Autobiographie von Hermann Hesse darstellt. Eine Autobiographie beinhaltet ja durchaus fiktive Handlungsstränge und erdachte Fakten.

Man kann sehr viele Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Jugendlichen erkennen. Deren Probleme, Lebenschancen, Gedanken und Fähigkeiten waren sehr ähnlich. Eine sehr extreme Ähnlichkeit liegt vor, weil Hesse das Seminar von Hans auch im Kloster Maulbronn spielen lässt. Die Lebensläufe beider spielen im heutigen Baden-Württemberg, im damaligen Königreich Württemberg. Ebenso spielen beide „Lebensgeschichten“ in derselben Zeit.

 




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